Wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert – und welche Berufe sicher bleiben

Wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert – und welche Berufe sicher bleiben

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich im letzten Jahrzehnt rasant entwickelt und wird zunehmend im Berufsalltag eingesetzt. Vom Texten über Datenanalyse bis hin zur Automatisierung komplexer Prozesse – KI ist längst kein Zukunftsvision mehr, sondern fester Bestandteil unserer Gegenwart. Das hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt und stellt vor allem junge Menschen – Studierende und Berufseinsteiger – vor die Frage: Welche Berufe werden in Zukunft gefragt sein?

KI hat sich in der Wirtschaft und im Berufsleben etabliert, und bereits heute werden bestimmte Jobs durch KI-Anwendungen ersetzt. Ob diese Entwicklung so weitergeht und wie stark sie den Arbeitsmarkt beeinflussen wird, ist noch ungewiss. Prognosen gibt es viele, doch sichere Aussagen fehlen bislang.

Welche Berufe bedroht KI? Prognosen und reale Fälle

Im Frühjahr 2023 veröffentlichte ein britischer Thinktank eine düstere Prognose: Bis zu acht Millionen Arbeitsplätze könnten in Großbritannien durch KI wegfallen. Ein Bericht der Unternehmensberatung McKinsey prophezeit, dass weltweit ein Drittel der aktuellen Arbeitsstunden bis 2030 durch Automatisierung überflüssig werden könnten. Tech-Investor Vinod Khosla ging sogar noch weiter: Seiner Einschätzung nach könnten KI-Systeme bis zu 80 Prozent der Arbeit in 80 Prozent der heutigen Jobs übernehmen. Diese Prognosen lassen viele aufhorchen, beruhen jedoch auf Annahmen und sind bislang nicht belegt.

Doch einige Unternehmen planen bereits, ihre Belegschaft durch KI zu verkleinern, um Kosten zu sparen. IBM will in den nächsten Jahren etwa 8.000 Stellen streichen, während British Telecom angekündigt hat, rund 10.000 Arbeitsplätze durch KI-Systeme zu ersetzen. Die italienische Großbank BPER plant ebenfalls, etwa 2.000 Arbeitsplätze einzusparen.

Ein großer Teil dieser Szenarien ist allerdings eher langfristig angelegt – viele der Maßnahmen sollen bis 2027 oder 2030 greifen. In manchen Fällen könnten die Prognosen auch durch strategische Interessen motiviert sein, sei es, um Aktionäre zu beruhigen oder um den KI-Markt und die Nachfrage nach KI-Tools zu fördern.

Besonders betroffen: Berufe in der Medien- und Textindustrie

Die Medienbranche und der Journalismus sind Beispiele für Berufsfelder, die bereits stark von KI betroffen sind. Journalistische Inhalte lassen sich inzwischen mittels KI wie ChatGPT automatisiert erstellen. Der österreichische Rundfunk ORF hat ein eigenes KI-Tool entwickelt, das anhand recherchierter Informationen Artikel und Social-Media-Beiträge generieren kann. Was früher von erfahrenen Redakteuren erarbeitet wurde, erledigt nun eine KI – und das oft schneller und kostengünstiger.

Wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert – und welche Berufe sicher bleiben

Kritische Stimmen wie die des Deutschlandfunk-Nova-Reporters Michael Gessat warnen allerdings vor einer uneingeschränkten Nutzung solcher Technologien. Ein Problem dabei ist, dass KI-Systeme mitunter sogenannte „Halluzinationen“ erzeugen können – also Fehler und falsche Informationen, die im schlimmsten Fall von einer Nachbearbeitung nicht erkannt werden. Dennoch zeigt sich, dass KI insbesondere dort gut einsetzbar ist, wo Routinearbeiten und eine gewisse Fehlertoleranz akzeptabel sind. Berufe im Finanzwesen, in der Werbebranche und in der IT könnten daher ebenfalls verstärkt von KI durchdrungen werden.

Gibt es Berufe, die gegen KI immun sind?

Obwohl die Entwicklung von KI rasant voranschreitet, gibt es Bereiche, in denen der Einsatz von Maschinen und Algorithmen noch nicht abzusehen ist. Tätigkeiten, die handwerkliches Geschick und physische Interaktion erfordern, gelten als besonders sicher. Auch wenn Unternehmen wie Amazon in die Entwicklung von lernfähigen Robotern investieren, gibt es Aufgaben, bei denen menschliche Flexibilität und Problemlösung gefragt sind. Ein Klempner-Roboter, der zuverlässig Rohrleitungen repariert? Denkbar, aber derzeit noch Zukunftsmusik.

Wie Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändert – und welche Berufe sicher bleiben

Pflege- und Therapieberufe erfordern emotionale Intelligenz und Einfühlungsvermögen, Fähigkeiten, die sich durch KI nur schwer simulieren lassen. Auch künstlerische Berufe, wie das Malen oder Musikkomponieren, zählen zu den Bereichen, in denen der Mensch bislang noch die Nase vorn hat, auch wenn KI hier beachtliche Fortschritte erzielt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Roboterkünstlerin Ai-Da, deren Gemälde für über eine Million Euro versteigert wurde – ein Zeichen dafür, dass KI inzwischen sogar als eigenständiger Künstler akzeptiert wird.

Zukunftsorientierte Berufswahl in einer sich verändernden Arbeitswelt

KI wird die Arbeitswelt in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Doch nicht alle Jobs sind in Gefahr – im Gegenteil. Wer sich auf Tätigkeiten konzentriert, die Kreativität, Empathie und Anpassungsfähigkeit verlangen, wird vermutlich auch künftig gefragt sein. Die Herausforderung besteht darin, neue Entwicklungen genau im Auge zu behalten und die eigenen Fähigkeiten stetig weiterzuentwickeln. KI kann dann als Werkzeug dienen, das den Menschen in seinen Aufgaben unterstützt – anstatt ihn zu ersetzen.

Für die kommende Generation von Berufseinsteigern und die heutige Arbeitswelt heißt das, dass Flexibilität und lebenslanges Lernen wichtiger werden denn je.

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